Ratgeber Herzgesundheit

Bluthochdruck: Die stille Gefahr

 

Das Problem bei Bluthochdruck ist schnell erklärt: er bleibt häufig unbemerkt! Symptome treten entweder gar nicht auf oder sind unspezifisch. Bleibt die Erkrankung jedoch unbemerkt, können Folgeschäden entstehen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind also sehr wichtig, um die Hypertonie, wie der Bluthochdruck fachsprachlich heißt, in den Griff zu bekommen.

 

Doch was ist Bluthochdruck eigentlich? Dabei handelt es sich um ein Krankheitsbild, bei dem der Blutdruck der arteriellen Gefäße dauerhaft bzw. chronisch zu hoch ist. Bluthochdruck ist einer der großen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

 

Der Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben:

Der erste Wert gibt dabei den systolischen Blutdruck an. Dies ist der höchste Druck, der bei der Kontraktion des Herzens erreicht wird. Der zweite Wert beschreibt den diastolischen Blutdruck. Darunter versteht man den geringsten Druck, der in den Schlagadern herrscht, während das Herz sich mit Blut füllt.

 

Ein systolischer Blutdruck 120 - 129 mmHg und diastolischer Blutdruck 80 - 84 mmHg gilt als normal. Werte von syst. 130 - 139 mmHg und diastolisch 85 - 89 mmHg gelten als "hochnormal", während ein Blutdruck von 140 - 159 mmHg und diast. 90 - 99 mmHg bereits als Hypertonie (Grad 1) klassifiziert wird. Hier empfiehlt sich bereits eine medikamentöse Therapie.

 

Etwa 95% aller Bluthochdruck-Patienten leiden unter einer sogenannten essentiellen Hypertonie, für die es keine fassbar, begünstigende Ursachen gibt. Der erhöhte Bltudruck lässt sich aber durch geeignete Naturheilverfahren meist in den Normbereich absenken.

Symptome bei Bluthochdruck

 

Die Problematik beim Bluthochdruck sind seine unspezifischen Symptome, die noch lange nicht bei allen Betroffenen bemerkt werden. Im Gegenteil: Häufig bleibt die Hypertonie jahrelang unbemerkt und wird beim Arzt eher zufällig entdeckt. Besonders häufig kommt es bei Betroffenen zu Kopfschmerzen, die meist eher im Hinterkopf lokalisiert werden können. Gerade morgens nach dem Aufstehen zeigt sich dieses Symptom. Auch Schwindel, Müdigkeit, allgemeine Unruhe und Nervosität, manchmal einhergehend mit Schlafstörungen, sowie Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot können auftreten. Auch Beschwerden wie Ohrensausen, Sehstörungen, Übelkeit oder regelmäßiges Nasenbluten können mit der Hypertonie zusammenhängen. Manchmal zeigt sich Bluthochdruck auch im Gesicht – durch leichte Rötungen und/oder Couperose – kleine rote Äderchen.

 

Immer wieder werden die Symptome falsch gedeutet und bleiben ungeklärt. Insbesondere Frauen mittleren Alters halten jene Beschwerden häufig für Symptome der Wechseljahre. Es empfiehlt sich deshalb, bei ungewöhnlichen und über einen längeren Zeitraum bestehenden Symptomen den Hausarzt aufzusuchen.

 

Ursachen und Risikofaktoren: wer ist besonders gefährdet?

 

Für die Entstehung von Bluthochdruck gibt es unterschiedlichste Gründe. Meist handelt es sich dabei um Begünstigungsfaktoren. Was genau die Ursache für den Bluthochdruck ist, kann selbst beim Blick auf den individuellen Fall meist nie genau gesagt werden. Besonders häufig tritt Bluthochdruck jedoch bei übergewichtigen Menschen auf. Auch Alkohol- und Nikotinkonsum begünstigen Bluthochdruck; ebenso wie eine erbliche Vorbelastung. Nierenkranke und Diabetiker zählen ebenso zur Risikogruppe wie Patienten mit Herzkrankheiten. Senioren sind häufiger betroffen als andere, da die Elastizität der Gefäßwände im Alter automatisch abnimmt. Auch ein erhöhtes Anspannungs- und Stresslevel wird inzwischen mit der Entstehung einer Hypertonie in Verbindung gebracht. Zu wenig körperliche Bewegung, ein zu hoher Salzkonsum sowie das metabolische und das Schlafapnoe-Syndrom zählen zu den beeinflussbaren Risikofaktoren für Bluthochdruck.

 

Untersuchung und Diagnose

 

Bevor es an die körperliche Untersuchung geht, steht erst einmal ein ausführliches Anamnesegespräch an, bei dem der Arzt schon erste Risikofaktoren abklären kann. Fragen nach einer erblichen Veranlagung, nach Vorerkrankungen wie Diabetes oder Stoffwechselerkrankungen, nach Risikofaktoren wie Alkohol- oder Nikotinkonsum werden ebenso erörtert wie die Einnahme bestimmter Medikamente oder die Einschätzung des persönlichen Stresslevels. Bei der körperlichen Untersuchung steht zunächst die Überprüfung des Blutdrucks im Fokus. Dabei gilt: ein einmalig erhöhter Blutdruck hat keine Aussagekraft für eine Diagnose. Denn: Der Blutdruck ist über den Tag verteilt massiven Schwankungen ausgesetzt und wird nicht nur durch körperliche Belastung, sondern auch durch seelische Stresssituationen verändert. So kann bereits der Arztbesuch selbst zu einem erhöhten Blutdruck führen. Bei der Diagnosestellung wird der Blutdruck deshalb mehrfach gemessen – am besten durch eine 24-Stunden-Blutdruckmessung zuhause. Außerdem wird der Arzt Herz und Lunge abhören und eine Blutuntersuchung machen.

 

Wie messe ich eigentlich zuhause?

 

Leider werden sowohl in Arztpraxen wie auch zuhause häufig Fehler bei der korrekten Blutdruckmessung vorgenommen. Bitte beachten Sie deshalb immer folgende Hinweise:

 

• Messen Sie den Blutdruck immer im Sitzen

• Messen Sie sowohl am linken wie auch am rechten Oberarm (später nur noch an dem Arm mit dem höheren Wert)

• Gönnen Sie sich vor der Messung etwa drei bis fünf Minuten Ruhe

• Sprechen Sie bei der Messung nicht und atmen Sie ruhig

 

Behandlung von Bluthochdruck: Medikamente und eine Änderung des Lebensstils

 

Je nach individueller Situation kann die Behandlung des Bluthochdrucks sowohl durch eine Änderung des Lebensstils wie auch durch eine medikamentöse Therapie erfolgen. Dabei sollte nach ärztlicher Absprache die entsprechende Therapieform festgelegt werden. Leichter oder hochnormaler Bluthochdruck kann durch eine Anpassung des Lebenstils z.B. mehr Bewegung, weniger Salz etc. und durch zusätzliche Einnahme von pflanzlichen bzw. homöopathischen Präparaten erreicht werden. Oftmals ist es sehr hilfreich die sanfte Behandlung des Bluthochdrucks mit einem pflanzlichen Mittel zu kombinieren, das auf das seelische Gleichgewicht zielt. Denn leicht erhöhter Bluthochdruck tritt oft bei Stress und Unentspanntheit auf.

 

Sollte der Bluthochdruck jedoch einen bestimmten Wert überschreiten, so sollte definitv mit dem Arzt eine medikamentöse Behandlung mit Blutdrucksenkern (u.a. ACE-Hemmer, Betablocker) besprochen werden. Eine Nicht-Behandlung kann schwere und ernsthafte Folgen haben! Leider ist es bei chemischen Präparaten so, dass man diese nicht oder nur noch schwer wieder absetzen kann, daher sollte eine Einnahme ausführlich mit dem Arzt besprochen werden.

 

Den Alltag umkrempeln! Was den Blutdruck senken kann

 

Ist das Gesamtrisiko durch die Hypertonie nur leicht oder mäßig erhöht, kann auch eine Änderung des Lebensstils allein bereits ausreichen, um den erhöhten Blutdruck in den Griff zu bekommen. Eine Änderung bestimmter Verhaltensweisen ist ebenso neben einer medikamentösen Therapie wünschenswert. Doch was genau kann man tun?

 

• Essgewohnheiten ändern! Salzige Speisen stehen im Verdacht Bluthochdruck auszulösen. Vermeiden Sie deshalb Salziges, indem Sie lieber frische Kräuter verwenden. Das schult übrigens gleichzeitig den Geschmackssinn.

 

• Alkohol- und Nikotinkonsum einschränken! So gesellig er auch ist: Alkohol in höheren Mengen ist der Gesundheit nicht nur generell abträglich, sondern kann speziell zu Bluthochdruck führen. Da sich Alkohol bei jedem unterschiedlich auswirkt, sind allgemeine Angaben schwierig, dennoch wird Männern eine maximale Menge von 20 g pro Tag und Frauen von 10 g pro Tag empfohlen. Das entspricht einem bzw. einem halben Glas Wein! Das Rauchen sollten Sie besser komplett einstellen.

 

• Den Alltag entschleunigen! So schwer es auch sein mag: versuchen Sie Ihr Leben und Ihren Alltag durchweg entspannter zu gestalten! Weniger Stress, mehr Pausen und weniger Druck sorgen physisch und psychisch für ein besseres Gleichgewicht und eine gesündere Work-Life-Balance. Erreichen können Sie das durch ein konsequentes Umdenken, durch die Erlernung von Entspannungstechniken, neue Hobbys oder die Organisation eines guten und persönlich passenden Zeitmanagements.

 

• Mehr Bewegung bitte! Keine Sorge: Sie müssen nicht zum Leistungssportler mutieren. Dennoch gilt: Bewegung ist wichtig; und das nicht nur bei Bluthochdruck! Eine mäßige Ausdauerbelastung ist dabei ideal. Geeignet sein könnten beispielsweise Schwimmen, Walken oder Fahrrad fahren. Das Ziel ist dabei keine Spitzenbelastung, sondern eine kontinuierliche Bewegung – sommers wie winters. Es lohnt sich!

 

Generell gilt: Bei der Änderung Ihrer Lebensgewohnheiten sollten Sie sich realistische Ziele setzen und Ihr Leben nicht von heute auf morgen umkrempeln. Jede Verhaltensänderung dauert mehrere Wochen, bis sie sich wirklich im Alltag etabliert und integriert hat. Dann ist sie – im Gegensatz zum Bluthochdruck – hoffentlich nicht mehr wegzubekommen!

 

Viele weitere Information finden Sie ebenfalls auf der Seite der Deutschen Hochdruckliga e.V.